
Der über viele Jahrzehnte in Rheydt angesiedelte Einzelhandel hat in den vergangenen Jahren das Zentrum verlassen und hinterlässt eine Lücke. Der Stadtteil hat alles, was es für eine Neupositionierung hin zu einem urbanen Wohn- und Arbeitsquartier benötigt, und muss diese Schätze heben. Der Stadtteil Gladbach hat sich in den letzten Jahren bereits von einer Einkaufsstraße zu einem Stadtquartier mit Wohnangeboten, Kultur und Freizeitmöglichkeiten weiterentwickelt. Nun muss Rheydt sich für die Zukunft neu positionieren. Neben neuen Wohnungsangeboten entstehen auch neue Arbeitsplätze, Kultur, Gastronomie und Handwerk. Alle Funktionen des täglichen Lebens sollen in 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sind (inkl. Arbeitsplätze). Zu den Funktionen zählen: Arbeitsplatz, Lebensmittel, Einkaufen, Kinderbetreuung, Schulen, Gesundheitswesen, Parks, Kultur, Sport, Gastronomie, ÖPNV, Sharingangebote.
Konzept
Der Marktplatz und der Marienplatz sind die zentralen öffentlichen Platzflächen und dienen als Orientierungspunkte und Eingangssituation im Stadtraum. Der Harmonieplatz und der Werner Tellmann Platz ergänzen das bisherige Angebot an urbanen Platzsituationen. Es spannt sich ein übergeordnetes urbanes Wegenetz entlang der Plätze. Entlang der urbanen Wegeverbindung werden weitere Stadtplätze angelegt. Westlich der Hauptstraße entsteht ein neuer Quartiersplatz, der die Eingangssituation im Nordwesten betont. Weitere Stadtplätze entstehen an wichtigen öffentlichen Orten wie der Gemeinschaftsgrundschule und dem Gemeindezentrum an der Wilhelm-Strauß Straße.
Freiraum
Im Herzen der Innenstadt entsteht ein grünes Forum auf der Markstraße als Erweiterung zum Vorplatz des neuen Rathauses. Durch die Reduzierung der Fahrspuren eröffnet sich die Möglichkeit großzügige Grüninseln anzulegen. Davon profitiert nicht nur das Mikroklima, sondern auch die anliegende Außengastronomie. Ergänzt wird das grüne Netzwerk durch grüne Fugen, die in Nord-Süd-Verbindung die Innenstadt mit dem Maria Lenssen Garten und dem Hugo Junkers Park verbindet. Der Rheydter Bach fließt derzeit kanalisiert durch die Innenstadt. Eine partielle Freilegung der Wasserachse in Form von Mulden und Wasserspielen stärkt das Mikroklima und die Aufenthaltsqualität.
Mobilität
Innerhalb des Innenstadtrings haben Fußgänger und Fahrradfahrer Vorrang. Die 2-spurigen Fahrbahnen werden wo möglich zu einspurigen Fahrbahnen umgebaut, um mehr Platz für Aufenthaltsqualität und Grünflächen zu schaffen. Um den Superblock herum werden die angrenzen Parkhäuser zu Mobilitätsstationen umgebaut. Anwohner oder Lieferverkehre sowie Rettungs- und Müllfahrzeuge können sich nach wie vor innerhalb der Innenstadt bewegen.