05.10.2021
raumwerk eröffnet Niederlassung in Düsseldorf. Nun heißt es nicht mehr nur raumwerk am Main, sondern auch raumwerk am Rhein.

Innenstadtkonzept Frankfurt
Stadtplanung

Wie wird die Innenstadt mehr als Römer und Dom?

Die Innenstadt ist ein wichtiger Identifikationspunkt der Menschen in Frankfurt am Main. Als Visitenkarte steht sie gleichsam stellvertretend für die Stadt als Ganzes. Frankfurts Profil als internationale Stadt mit tiefen historischen Wurzeln zeigt sich gerade auch in der Innenstadt. Alle Planungs- und Bauvorhaben der letzten Jahre haben große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit gefunden. Die Innenstadt soll als lebendiges Zentrum für Handel, Dienstleistung, Wohnen, Kultur und Freizeit noch attraktiver werden. Dazu soll ein Innenstadtkonzept Orientierung geben. Es fasst bestehende Planungen zusammen und zeigt Vorschläge für zukünftige Projekte. Der Planungsprozess wurde aktiv von der Öffentlichkeit begleitet: Um eine möglichst breite Bürgerbeteiligung zu erzielen, wurde ein offener Planungsprozess für die Entwicklung des Innenstadtkonzeptes gewählt. Seit Anfang 2010 wurden zahlreiche öffentliche Informations- und Werkstattveranstaltungen durchgeführt. Mehr als 200 Bürger*innen konnten über den Zeitraum von einem halben Jahr für das Thema Innenstadtentwicklung begeistert werden. In enger Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt Frankfurt wurde raumwerk beauftragt, die Informations- und Werkstattveranstaltungen zu begleiten, die Anregungen und Vorschläge der Öffentlichkeit in konkrete Konzepte umzusetzen und diese wiederum der öffentlichen Diskussion zu stellen. Neue Anregungen und Ergebnisse wurden in die erarbeiteten Konzepten der Stadt Frankfurt eingearbeitet und mit den betroffenen Ämtern abgestimmt.

Das Plangebiet umfasst die Frankfurter Altstadt und Innenstadt innerhalb der Wallanlagen. Das Konzept sieht die Aufwertung der Stadtgestalt und des öffentlichen Raums, die Vernetzung der zentralen Innenstadtbereiche mit dem Mainufer und den Wallanlagen durch Stärkung der Fuß- und Radwegverbindungen, die Förderung urbaner Nutzungsmischung und die Stärkung der Wohnnutzung vor. Ein abgestimmtes Netz von Straßen, Plätzen, Gassen und Passagen soll die Attraktivität der Innenstadt steigern und zum Verweilen einladen. Die bestehende Barrierewirkung einiger Straßen soll durch eine verbesserte Verkehrsführung und Straßenumgestaltung überwunden werden. Weil eine lebendige Innenstadt einen Standortvorteil unter anderem gegenüber Einkaufszentren darstellt, soll die typische Nutzungsvielfalt aus Arbeiten, Wohnen, Einkaufen, Freizeit, Gastronomie und Kultur ausgebaut werden. Damit die Innenstadt auch außerhalb der Geschäftszeiten belebt ist, soll das Wohnungsangebot in der Innenstadt ausgeweitet und aufgewertet werden. Frankfurt am Main ist eine internationalen Metropole im »Taschenformat«. Dies spiegelt sich in der Kompaktheit ihrer Innenstadt wider, die bei geringer Flächenausbreitung eine hohe Erlebnisdichte bietet. Sie ist eine Stadt der kurzen Wege und Kontraste. Zum einen finden sich hier die Spuren einer europäischen Stadt mit besonderer historischer Bedeutung und einem reichen kulturellen Erbe. Zum anderen zeichnet sie sich durch hohe Entwicklungsdynamik und Internationalität aus. Aufbauend auf einer differenzierten Analyse der bestehenden Potentiale und Defizite benennt das Innenstadtkonzept wichtige Handlungsleitlinien und Maßnahmenschwerpunkte, die als Entscheidungsgrundlage für zukünftige Aktivitäten im Bereich der Innenstadt dienen sollen. Sie werden zum Teil in Bebauungsplänen verankert, steuern die Verteilung städtischer Investitionen oder stellen Angebote an private Eigentümer dar.

STANDORT: Frankfurt am Main
FLÄCHE: 184 ha
ZEITRAUM: 2010–2013
NUTZUNG: Einzelhandel, Gewerbe, Gastronomie, Wohnen, Kultur
BAUHERR: Stadtplanungsamt der Stadt Frankfurt