29.07.2020
Goldener Ring am Rhein – Düsseldorf erfindet sich mit dem "Blaugrünen Ring" neu. Ein Interview mit Sonja Moers, Jon Prengel und Aileen Treusch

Kernstadt Ost, Lippstadt
Stadtplanung, Städtebaulicher Realisierungswettbewerb

Durch nachhaltige Innenentwicklung zu einem neuen & lebendigen Miteinander: Die Funktionen ,,Wohnen und Arbeiten" werden dabei sinnvoll zu einem urbanen, nutzungsgemischten Quartier verbunden und integrieren sich durch qualitätsvolle Grünverbindungen in den Stadtraum.

Im Bereich Wohnentwicklung wurde für die Stadt Lippstadt ein gesamtstädtischer Bedarf bis 2030 an zusätzlichen 71 Hektar mit ca. 2.000 zusätzlichen Wohnungen ermittelt. Besondere Bedarfe wurden bei familienorientierten Wohnformen und kleinen Wohnungen festgestellt. Als klar definiertes Ziel geht die Schaffung qualitätsvoller Baugebiete auf dem gesamten Stadtgebiet daraus hervor. Daher ist es zu begrüßen, dass die Firma HELLA beabsichtigt, ein innerstädtisch gelegenes Werksgelände nach der Aufgabe der dortigen Produktion einer neuen Nutzung zugänglich zu machen. Diese Fläche stellt eine wichtige Scharnierfunktion zwischen der Altstadt und einem durch die Firma HELLA und die Hochschule geprägten Bereich dar. Der umzugestaltende Kernbereich der Fläche umfasst etwa sechs Hektar.

Vor dem Hintergrund eines lebendigen Viertels wurden Grün- und Freiräume unterschiedlicher Qualität in den Stadtraum integriert, sowie verkehrliche Erschließungen freundlich für Fußgänger und Radfahrer konzipiert.  Als Zielgruppen für diesen neuen Wohnstandort agieren junge Familien, sowie (ältere) Ein- und Zweipersonenhaushalte. Auch aufgrund der benachbarten Nutzungen sind Wohnen auf Zeit für Studierende und Berufstätige vorgesehen als auch geförderter Wohnungsbau oder die Berücksichtigung von Baugruppen. 

Neben dem Angebot an Wohnraum soll das Plangebiet als attraktiver Technologiestandort weiterentwickelt werden. Die gute Lage aufgrund der Nähe zur Innenstadt, zur Firma HELLA und zur Hochschule, sowie die damit verbundene hohe Funktionsdichte und gute Verkehrsanbindung werden als Qualitäten genutzt. Zielgruppen für die Gewerbeflächen sind Büros bezüglich projektbezogener Produktentwicklung, forschungs- und entwicklungsnahe Dienstleistungen, sowie Beratungsunternehmen diverser Branchen (darüber hinausreichende Zielgruppen werden nicht explizit ausgeschlossen).Für diese aufgeführten möglichen Nutzungen und Zielgruppen wurde ein städtebauliches Konzept erarbeitet, welches eine angemessene Funktionsdichte bietet: Ziel ist dabei ein qualitätsvolles Miteinander der gewünschten Nutzungen in einem ausgewogenen Umfang.




Im südlichen Teilbereich des Wettbewerbsgebietes wurde ein visionäres sowie repräsentatives Besucher-, Verwaltungs- und Ausstellungszentrum für die Firma HELLA errichtet. Unmittelbar angrenzend an das bestehende Besucherhaus »Globe« dockt ein weiterer, größerer Komplex mit ähnlichem Erscheinungsbild an. In diesem viergeschossigen Neubau arbeiten heute auf ca. 7.000 qm etwa 300 Mitarbeiter teamorientiert unter modernsten Arbeitsbedingungen. Diese neue Arbeitswelt wird ergänzt durch Tagungs- und Schulungsräume. Zur Rixbecker Straße präsentiert sich der Neubau selbstbewusst, während zum rückwärtigen, nördlichen Bereich ein campusähnlicher Bereich entstanden ist, der durch die dort weiteren Nutzungen gerahmt und vervollständigt wurden.