Grundschule Bandwirkerstraße
Architektur, Lernräume, Hamburg

Am Standort Bandwirkerstraße in Hamburg-Wandsbek wird die bestehende Schule neu geordnet und zu einem zukunftsfähigen Bildungsstandort weiterentwickelt. Ein kompakter, dreigeschossiger Neubau ersetzt Teile des heterogenen Bestands und schafft Raum für eine vierzügige Grundschule mit drei Vorschulklassen sowie eine schulintegrierte Kita mit 120 Plätzen.

Der Neubau versteht sich zugleich als Solitär und als Teil des bestehenden Ensembles aus Kreuzbau und Sporthalle. Zur Bandwirkerstraße zurückversetzt, bildet er mit einem großzügigen Vorplatz eine neue Adresse für den Schulstandort. Die gestaffelte Baukörperform nimmt die große Baumasse zurück und schafft klare Räume nach außen und innen. Wertvoller Baumbestand bleibt erhalten und wird Teil der neuen Eingangssituation.

Die unterschiedlichen Nutzungen sind in einem gemeinsamen Gebäude organisiert und erhalten jeweils klar ablesbare Zugänge. Im Erdgeschoss liegen die gemeinschaftlich genutzten Bereiche wie Mensa, Aula und Bewegungsraum sowie die Krippenbereiche der Kita. Im ersten Obergeschoss befinden sich Verwaltung und die Elementarbereiche der Kita, während die Klassen- und Fachräume der Grundschule im zweiten Obergeschoss in zwei Kompartments organisiert sind. Die klare vertikale Gliederung ermöglicht kurze Wege und zugleich eine eigenständige Nutzung der einzelnen Bereiche.

Im Mittelpunkt der Grundschule stehen offene Lernlandschaften, die unterschiedliche Formen des Lernens, der Begegnung und des Rückzugs ermöglichen. Mensa und Aula können flexibel zusammengeschaltet werden, der Musiksaal lässt sich als Bühne zuschalten. Die Kita ist eigenständig organisiert und gleichzeitig eng mit dem Schulstandort vernetzt. So entstehen Synergien und langfristig anpassbare Räume, die auch auf veränderte Nutzungsanforderungen reagieren können.

Der Freiraum wird als Teil des pädagogischen Konzepts verstanden. Ein neu gestalteter Schulhof bildet die zentrale Mitte und wird durch Lern- und Ruhebereiche im Grünen, ein „grünes Klassenzimmer“ sowie vielfältige Sport- und Bewegungsangebote ergänzt. Für die Kita entsteht ein eigener geschützter Außenbereich. Klare Wege verbinden die unterschiedlichen Bereiche und schaffen eine sichere und barrierefreie Erschließung des Campus.

Die Architektur nimmt Bezug auf den Bestand und die Umgebung: Eine Klinkerfassade greift die Materialität des Quartiers auf und verleiht dem Neubau eine robuste, zugleich zurückhaltende Erscheinung. Großzügige Fensterbänder bringen Tageslicht tief in die Lernbereiche, während die differenzierte Baukörperausbildung die Maßstäblichkeit des Gebäudes gliedert.

So entsteht ein neuer Bildungsort, der Schule, Kita und Freiraum zu einem gemeinsamen Campus verbindet. Eine klare Adresse nach außen, vielfältige Räume nach innen – und ein Gebäude, das sich mit seinen Nutzungen weiterentwickeln kann.


Zusammenarbeit in der ARGE raumwerk + Spreen Architekten mbB.