WOHNHOCHHAUS, FRANKFURT Hochbau, Gutachterverfahren

STANDORT: Europa-Allee, Frankfurt am Main
FLÄCHE: 31.650 qm BGF
ZEITRAUM: 07/2012–08/2012
NUTZUNG: Wohnen
LEISTUNG: Gutachterverfahren, Wettbewerb
BAUKOSTEN: 28,3 Mio. EUR
BAUHERR: Revitalis Real Estate AG, Hamburg

Ausgangspunkt des Entwurfes zum Wohnhochhaus für das Baufeld 3A ist die Entwicklung einer Typologie, die sich kontextuell in die Umgebung einfügt und gleichzeitig einen signifikanten Auftakt an der Europaallee setzt. Gemeinsam mit dem Wohnhochhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite soll eine Art Torsituation als Entree des Europaviertels entstehen. Aus diesem Grund wird auf ein Solitär wirkende Freiform verzichtet. Das Gebäude ist stattdessen als eine Art Blockrand-Hochhaus ausgeführt, dessen Kubatur sich zum Einen aus dem Sockel heraus entwickelt und dessen Baumasse zum Anderen mittels Subtraktion, Einschnitten und Aushöhlungen modelliert wird. Somit werden über die Gebäudeform sowohl städtebauliche Bezüge hergestellt als auch eine signifikante Architektur entwickelt.

Das Wohnhaus gliedert sich in die drei Bereiche erhöhtes Erdgeschoss, Sockelzone und Hochhaus mit gestaffeltem, oberen Abschluss. Im Süden tritt zur Europaallee die volle Höhe der Fassade an den Straßenraum heran. Nach Norden treppt das Gebäude von 21 zu 19 Geschossen ab. Der Sockel nimmt die Höhen der umliegenden Gebäude auf und ist nach Süden 7-geschossig und nach Norden 5-geschossig ausgebildet. Der 2-geschossige Eingang liegt an der Europaallee und führt direkt in das natürlich belichtete und Sockel hohe Atrium. Es ist vorgesehen, dass ein leichtes und nicht dicht schließendes Glasdach zwischen Ebene 5 und 7 das unbeheizte und ansonsten offene Atrium gegen Windströmungen schützt. Alle Wohnungen werden zentral von dieser Stelle aus erschlossen. Die beiden Kerne für das Hochhaus und die Nord und Südseite des Sockels schließen an zentraler Stelle im Atrium an. Die Wohnungen der beiden Seiten im Osten und Westen des Sockels erhalten jeweils ein zusätzliches Treppenhaus und einen Aufzug.

Während sich im Sockelbereich überwiegend 2-Zimmer Wohnungen befinden sind die 3-Zimmer Wohnungen in den Geschossen 6 bis 16 untergebracht. Die größeren, 4- Zimmer Wohnungen sind zum Teil als Maisonette ausgeführt und liegen auf den Etagen 17-20. Das Hochhaus wird durch zwei Scheiben gebildet, die an der Schnittstelle miteinander verbunden sind. Hier wird das Gebäude über insgesamt 4 Aufzüge und 2 Treppenhäuser erschlossen. Der Ankunftsbereich zwischen den beiden Aufzugskernen ist tagesbelichtet und verfügt jeweils über Blickbezüge nach Nordwesten in den Taunus oder nach Südosten in die Frankfurter Skyline. Auf den beiden Ebenen 5 und 7 ist der Übergang zwischen Sockel und Hochhaus mit markante Einschnitten bearbeitet. Diese Flächen sind mit dem Atrium verbunden und werden verglast. Die Nutzung an dieser Stelle ist für gemeinschaftliche Sonderaktivitäten der Bewohner vorgesehen. Hier können gesellschaftliche Anlässe im halb öffentlichen und halb privaten Bereich stattfinden. Auf den davor liegenden Dachterrassen können diese Freizeitaktivitäten auch im freien stattfinden. Zentraler Gedanke bei der Anordnung von Atrium und Sondergeschossen ist der gestaffelte Übergang von Öffentlichkeit zu den privaten Bereichen. Für den Kindergarten wird vorgeschlagen, diesen aufgrund absehbarer Nutzungskonflikte auszulagern. Mit eigenständigem Gebäude in zweiter Reihe kann dieser separat erschlossen und betrieben werden. Des Weiteren erhält der Kindergarten mit einer reinen Südausrichtung der Gruppenräume eine bessere Belichtung und einen optimierten Bezug zu den Freibereichen. Städtebaulich verträgt das Baufeld den zweiten Baukörper gut an der gewählten Stelle. Vor allem der Übergangsbereich und der Fuß und Radweg im Nordosten des Grundstücks wird durch die Positionierung des Kindergartens verbessert. Sollte der gewählte Vorschlag baurechtlich nicht umsetzbar sein, so kann der Kindergarten alternativ im EG untergebracht werden. Bei einer solchen Umsetzung entfallen 9 Wohnungen.