LOTSEKAI, HAMBURG Freiraum, IBA Award 2013

STANDORT: Schlossinsel, Hamburg-Harburg
FLÄCHE: 5,600 qm
ZEITRAUM: 2011/2013
NUTZUNG: Öffentlicher Raum
LEISTUNG: LPH 1–9
BAUKOSTEN: 1,5 Mio. EUR
BAUHERR: Bezirksamt Harburg
Frau Pfennig, Tel. +49 40 428 71 3387

Das Planungsgebiet befindet sich auf der Schlossinsel Harburg. Es besteht aus einem Promenadenbereich (Lotsekai) und einem Platzbereich (Lotseplatz) und bildet die nördliche Hafenkante des Lotsekanals.
Mit der Entlassung der Insel aus dem Geltungsbereich des Hafens und der Schaffung neuen Planungsrechtes wurde die städtebauliche und funktionale Neustrukturierung dieses Areals für Gewerbe und Wohnen ermöglicht und der Wandel des bisher rein hafengewerblich genutzten Gebietes in ein neues Stadtquartier in Gang gesetzt.

Entsprechend des städtebaulichen Konzeptes wurden der vorhandene Lotsekai zur öffentlichen Promenade ausgebaut, sowie ein neuer Platz (Lotseplatz) als zentrales Bindeelement zwischen dem sternenförmigen Park auf der Schlossinsel und dem Hafenbecken geschaffen. Zusammen bilden diese Freiräume das fußläufige Entree auf die Schlossinsel. Dadurch kommt der Gestaltung dieser Flächen eine ganz besondere Bedeutung zu. Lotsebrücke und neue Fußgängerbrücke sind hierbei die wichtigen fußläufigen Zugänge von Süden. Eine Realisierung der angrenzenden Bebauung steht noch aus. Die vorgezogene Herstellung der Freianlagen auf der Schlossinsel sollte als Katalysator für die Konversion der Schlossinsel dienen und wurde im ersten Bauabschnitt zum IBA-Jahr 2013 abgeschlossen.

Siehe Projekt: Schlossinsel, Hamburg-Harburg

Im Zuge der Neubebauung der Schlossinsel erfolgt eine Überformung des ehemaligen Hafengebietes. Ziel der Neugestaltung der Freianlagen ist es, die hafentypischen »Spuren« wie z.B. die erhaltenen Kräne, Schienen und Pflasterbeläge in die neue Planung zu integrieren und damit die historische Bedeutung des Ortes als Hafengebiet weiterhin sichtbar zu halten. Authentische Hafenspuren wurden soweit erhalten wie dies mit den neuen funktionalen und technischen Anforderungen vereinbart werden konnte. Der durch Brüche und Überformungen geprägte »raue Charakter« der Hafenanlage wurde mit den Anforderungen an einen attraktiven Aufenthaltsbereich am Wasser verbunden. Dies wurde durch den kontrastierenden Einsatz »alter« und »neuer« Materialen erreicht.

Folgende Bestandsmaterialien und Hafengeräte wurden in die Planung integriert:
– Bestandspflaster (teilweise ausgebaut und gesichert)
– Historische Kaimauer mit Brückenköpfen
– Bestandsschienen (teilweise ausgebaut und gesichert)
– Kran 1 am Lotseplatz (Mulchkran)
– Diverse Ausstattungsgegenstände der Hafennutzung

Neue Elemente aus rauen und robusten Materialien (Beton, Cortenstahl und »unbehandeltes« Holz) entsprechen dem Hafencharakter, ergänzen die Bestandselemente und treten in einen Dialog mit diesen.

FOTORECHTE:
IBA Hamburg GmbH / Martin Kunze
Fotoatelier Holtschneider / Club 94