KAISERLEI, FRANKFURT Städtebau, Rahmenplan

STANDORT: Frankfurt-Oberrad,
Offenbach-Kaiserlei
FLÄCHE: Betrachtungsraum 101,7 ha, Rahmenplangebiet 43,4 ha
ZEITRAUM: 09/2012–04/2013
NUTZUNG: Städtebau, Gewerbe, Dienstleistung
LEISTUNG: Fortschreibung des Rahmenplans als Direktbeauftragung
BAUHERR: Stadt Offenbach am Main, Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, Bereich Stadtentwicklung und Städtebau. Stadt Frankfurt am Main,
61 Stadtplanungsamt

Die Städte Frankfurt und Offenbach haben in den 1990er Jahren begonnen, im Kaiserlei-Gebiet einen gemeinsamen, neuen Stadtteil zu entwickeln. Entlang der Strahlenbergerstraße sollte ein vielfältiges Gebiet mit einer Mischung aus gewerblichen Bauflächen des tertiären Sektors und Wohnen entwickelt werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Planung war und ist die Auflösung des Kaiserleikreisels, der Umbau der Anschlussstelle an die Autobahn BAB 661 und die Errichtung eines Hochhausquartetts als städtebauliche Dominante.
 
Eine Entwicklungsmaßnahme eines solchen Umfangs ist im Verlaufe der Umsetzung unterschiedlichsten Einflussfaktoren unterworfen, die eine Anpassung der Planungsziele erfordern. Die Aktualisierung der Rahmenplanung trägt daher der fortlaufenden baulichen Veränderung des Plangebietes Rechnung – indem realisierte Projekte und abgestimmte, geänderte Planungsziele aufgenommen werden. Zusätzlich gilt es, die Rahmenplanung an sich wandelnde Rahmenbedingungen anzupassen, die ihrerseits grundlegende Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung des Kaiserleis haben.
 
Durch die Neuaufstellung des Regionalen Flächennutzungsplans mit Siedlungsbeschränkungsgebiet, innerhalb dessen Grenzen eine Ausweisung von neuen Wohnstandorten im Rahmen der Bauleitplanung nicht mehr möglich ist, wird die zukünftige Entwicklung des Kaiserlei-Quartiers in maßgeblich neue Bahnen gelenkt.
 
Die planungsrechtliche Ausweisung eines neuen Gewerbequartiers auf Frankfurter Gemarkung im südlichen Kaiserlei als Standort für Gewerbebetriebe aller Art und eine Reduzierung der ursprünglich geforderten baulichen Dichte unter Vermarktungsaspekten stehen im Widerspruch zu den Zielen des bisherigen Rahmenplans. Der damit verbundene Wegfall des südwestlichen Hochhausstandortes und die Aufgabe des Boulevardcharakters entlang der südlichen Bebauungskante der Kaiserleipromenade erfordern eine städtebauliche Neuordnung und eine Anpassung der Planungsziele der Rahmenplanung.
 
Städtebauliches Konzept
Innerhalb der Fortschreibung des Rahmenplans fungiert die Strahlenbergerstraße zukünftig als neues, städtisches »Quartiers-Rückgrat« und übernimmt den Boulevard-Charakter der Kaiserleipromenade. Stadträumlich kommt der Kaiserleipromenade mit ihrer grünen, von Bäumen gesäumten Südseite eine untergeordnete Bedeutung zu. Zum Ausgleich hierfür wird ein stärkerer Fokus bei der Entwicklung von Grün- und Freiflächen auf die ruhigeren und geschützten Innenbereiche der Bebauungsstruktur gelegt.
 
Im Weiteren soll die forcierte Entwicklung von Freiraumverbindungen zum Main – unter Einbeziehung vorhandener Grün- und Freiflächen – einerseits zu einer höheren Aufenthaltsqualität im Quartier selbst beitragen, andererseits das Naherholungs- und Freizeitpotenzial der Uferzone besser erschließen. Insbesondere entlang der Autobahn entstehen durch den geplanten »Freiraumkorridor« in Nord-Süd-Richtung neue Fuß- und Radwegeverbindungen von übergeordneter Bedeutung, die zusammen mit den quartiersinternen Verbindungen das lokale Wegenetz sinnvoll ergänzen