ALTENHÖFERALLEE, FRANKFURT Hochbau, Wettbewerb – 1. Preis

STANDORT: Altenhöferallee,
Frankfurt-Riedberg
FLÄCHE: 13 678,0 qm BGF
ZEITRAUM: ab Mai 2014
NUTZUNG: Wohnen
LEISTUNG: Realisierungswettbewerb
BAUKOSTEN: 42,5 Mio. EUR
BAUHERR: ABG Frankfurt Holding Wohnungsbau- und
Beteiligungsgesellschaft mbH,
Dipl. Ing. Herr Naumann, Tel. +49 69 2608 321

INFOS: 123 Wohneinheiten, davon 65 geförderte Mietwohnungen (53 %) und 58 als freifinanzierte Wohnungen (47 %), Kindertagesstätte, Passivhausstandard

STADTRÄUMLICHE EINORDNUNG
Das Gesamtkonzept für den Riedberg setzt sich aus verschiedenen städtebaulichen Gestaltungsmerkmalen zusammen – dabei sollen u.a. in den Randbereichen kompakte, frei im Landschaftsraum stehende Siedlungsränder entstehen und der angrenzende landschaftliche Außenbereich mit eingebunden werden.
 
Die Altenhöferallee in ihrer Funktion als städtischer Boulevard und Haupterschließungsstraße bildet im Bereich des Plangebietes die Trennlinie zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Quartieren: Auf der süd-westlichen Seite grenzt der Campus Riedberg an – mit drei- bis viergeschossigen Gebäuden als geschlossene, großformatige Blockstruktur – während das Plangebiet funktional dem Wohnquartier »Ginsterhöhe« mit einer eher kleinteiligeren Bebauung zuzuordnen ist.
 
Durch seine Lage am südlichen Rand des Riedbergs an einer der Hauptzufahrten besetzt das Grundstück Altenhöferallee eine besondere Situation und stellt hierdurch hohe Anforderung an die Gestaltung – gilt es doch an diesem Ort nicht nur ein qualitativ hochwertiges Wohnquartier entstehen zu lassen sondern auch eine adäquate »Adresse« für das Stadtteil-Entree zu definieren.

Die Situation des Grundstücks am Hang und die unmittelbar südlich angrenzende Grünfläche ermöglichen weitläufige Blickbeziehungen bis zur Frankfurter Innenstadt und ihrer prägnanten Skyline und schaffen so eine starke lokale Identifizierung mit dem Wohnquartier.
 
STÄDTEBAULICHES KONZEPT
Ausgehend vom städtischen Block, der die Ränder des Plangebietes besetzt, reagiert das städtebauliche Konzept auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen: Im Bereich des koreanischen Konsulats an der Kreuzung Altenhöferallee/Konrad-Zuse-Straße, das als Solitärbau die westliche Ecke des Plangebietes besetzt, springt der Blockrand zurück – und bildet eine Art »Kulisse« und »Rücken« für den freistehenden Baukörper.
 
Entlang der Altenhöferallee definiert die geschlossene Bebauungskante – zusammen mit der Universitätsbebauung auf der gegenüberliegenden Straßenseite – einen eindeutigen Straßenraum und führt so den Boulevard-Charakter fort bis zum Quartiersrand fort.
 
Der östliche Rand wird partiell unterbrochen – in Form von vier Punkthäusern. Diese bilden als Sequenz ein eindeutiges formales Motiv und erzeugen eine Art »Gesicht« als Fassade nach außen. Des Weiteren ermöglicht der aufgelöste Rand Ausblicke aus dem Innenhof – und aus den Gebäuden »in der zweiten Reihe« – in die Landschaft. Hierdurch wird die besondere Qualität dieses Standortes als Thema durchgängig innerhalb der Bebauung erlebbar gemacht.
 
ERSCHLIESSUNG
Die fußläufige Erschließung des Quartiers erfolgt barrierefrei von allen angrenzenden Straßen aus. Durch separate Hauseingänge werden einzelne Adressen gebildet und eine gute Orientierung ermöglicht. Jeder Hauseingang ist eingerückt und erhält somit einen wettergeschützten, beleuchteten Vorbereich. Sämtliche Erschließungskerne sind minimiert ­– sie  befinden sich auf den nördlichen Gebäudeseiten und überlassen so den Wohnungen die Vorzugslagen.
 
Die Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage liegt an der nord-östlichen Planstraße.
Im inneren der Tiefgarage befinden sich auch Stellplätze für Fahrräder und Kinderwagen sowie Kellerabteile für Mieter.
 
FREIRAUM
Zentrales Element des Freiraumkonzeptes ist der gemeinsame Quartiersplatz, in dessen Zentrum sich ein Hochbeet mit Kirschbäumen befindet. Hier findet man ein breites Aufenthaltsangebot mit Spielbereichen und Sitzelementen. Der gemeinsame Innenhof bietet Ausblicke auf die Skyline und schafft mit den Landschaftsbalkonen eine visuelle Verbindung zur angrenzenden öffentlichen Grünfläche. Hauptwege sind mit einer wassergebundenen Wegedecke versehen, die Feuerwehraufstellflächen werden aus Rasengittersteinen hergestellt. Erhöhte Gartenzonen befinden sich vor den Fassaden und gewährleisten Privatheit. Hier können begleitend strauchartige oder kleine Bäume (Felsenbirne) gepflanzt werden.
 
An den Punkthäusern befindet sich ein überdachter Bereich für Fahrräder. Durch die Unterbringung der Müllräume im Erdgeschoss – nahe den Eingangsbereichen – wird eine qualitätsvolle Gestaltung der Außenräume sichergestellt.
 
Eine extensive Dachbegrünung erhöht den Sommerlichen Wärmeschutz und trägt positiv zum Mikroklima des Quartiers bei. Aufgrund der hohen Flächenversiegelung durch die Tiefgarage wird ein gesondertes Entwässerungskonzept verfolgt: Über ein Rinnensystem wird das Niederschlagswasser gesammelt und zum Bewässern der Grünanlagen genutzt. Nur überschüssiges Wasser muss abgeleitet werden. Hierdurch kann ein weiterer Beitrag zu einer nachhaltigen Gesamtplanung geleistet werden.
 
TIEFGARAGE
In der Tiefgarage wird einen Stellplatz je Wohneinheit vorgehalten. Es stehen insgesamt 122 Stellplätze zur Verfügung. Die Zufahrt erfolgt über die nord-östliche Planstraße. Es handelt sich um eine Großgarage gem. GaVO (Nutzfläche > 1.000 qm) mit zwei unabhängige Rettungswegen. Die Garage kann natürlich belüftet werden.
 
WOHNEN/WOHNUNGMIX
Die Neubebauung »Altenhöferallee« der ABG schafft qualitätsvolle Lebensräume und wird durch ein differenziertes Angebot an Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern unterschiedlichen Lebenssituationen gerecht.
 
Die Punkthäuser beinhalten den freifinanzierten Anteil der nachzuweisenden Wohneinheiten – während die geförderten Wohnungen in den beiden Zeilenbauten angeboten werden. Der Innenhof gewährt allen Bewohnern Aufenthaltsqualität und fördert gemeinschaftliche Aktivitäten und das informelle Zusammenkommen.
 
Der differenzierte Wohnungsmix mit unterschiedlichen Größen und Zuschnitten ermöglicht das Angebot von qualitätsvollen Wohnraum sowohl für Familien wie auch für ältere Bewohner, denen ein barrierefreies, seniorengerechtes Wohnen in gewohnter sozialer und räumlicher Umgebung ermöglicht wird. Damit entsteht ein zeitloser Wohnraum.
 
Sämtliche Wohnungen sind barrierefrei nach DIN 18025 geplant – das beinhaltet sowohl die barrierefreie Zugänglichkeit von außen und aus der Tiefgarage als auch barrierefreie Ausgänge aus den Wohnungen in sämtlich Freibereiche. Außerdem sind Bewegungsflächen von 120×120 cm jeweils in Fluren, Küchen, Schlafräumen und Bädern vorgesehen.
 
Zwecks guter Belichtung und Belüftung sind alle Wohnungen zweiseitig orientiert und ermöglichen so ein »Durchwohnen«. Durch einen optimierten Deckenaufbau kann eine lichte Raumhöhe von 2,65 m umgesetzt werden, die ein großzügiges Wohnerlebnis ermöglicht.
 
Ein privater Freibereich – in Form einer Loggia oder eines privaten Gartens – ist jeder Wohnung zugeordnet. Nebenräume wie Mieterkeller und Technikfläche befinden sich im Untergeschoss der jeweiligen Gebäude.

Es entstehen insgesamt 123 Wohnungen, davon 65 geförderte Mietwohnungen (53 %) und 58 als freifinanzierte Wohnungen (47 %). Der angestrebte Wohnungsmix kann somit problemlos umgesetzt werden.